Biografie

Seit 1991 lebe ich in Markt Schwaben, Landkreis Ebersberg. Geboren bin ich 1954 im Augsburger Stadtteil Pfersee, am Peutinger-Gymnasium bin ich zur Schule gegangen und habe dort 1974 Abitur gemacht. 

Im Anschluss an den Zivildienst im Augsburger Westkrankenhaus und das Studium der Psychologie in München habe ich in einem therapeutischen Heim für Jugendliche gearbeitet und meine Psychotherapie-Ausbildung abgeschlossen. 1982 bin ich in die SPD eingetreten, "um die Welt zu verändern". Seit 1999 bin ich approbierter psychologischer Psychotherapeut.

Nach längerer Tätigkeit in der Jugend- und Behindertenhilfe (zuerst Fortbildung, Supervision, Beratung, Therapie, dann Leiter eines Referats Kommunikation und Kontakt) wurde ich 2002 zum Bürgermeister von Markt Schwaben gewählt - ohne Plakate, ohne Brimborium, mit dem Motto "JA. Für Markt Schwaben".

Meine Schwerpunkte in diesem Amt waren der Ausbau und die Verbesserung der Kinderbetreuung, die Sanierung, Verschönerung und Belebung unserer Ortsmitte (z.B. Unterbräu, Wasserturm, Schlossareal, Marktplatz, Kirchweiher, Altes Schulhaus, Oberbräu, Umwandlung der Widmann-Brauerei-Ruine zum Wohnpark "Falkenhof"), die Schaffung und der Erhalt zentraler Einkaufsmöglichkeiten und der örtlichen Nahversorgung, die naturnahe Gestaltung des Postangers mit dem Hennigbach als Rückhaltebecken (Hochwasserschutz) und grünes Naherholungsgebiet, die Belebung und Teilsanierung des Bahnhofsbereichs (incl. der ersten Phase des barrierefreien Ausbaus), die barrierefreie Anbindung des neuen Ortsteils Burgerfeld (u.a. durch eine überwiegend vom Burgerfeld-Investor finanzierte Fußgängerbrücke über die Bahn) und der Abschluss größerer Verkehrsprojekte w.z.B. der Ausbau der Geltinger Unterführung, Einsatz von Express-S-Bahnen im morgendlichen Berufsverkehr und die Entlastung Markt Schwabens vom Durchgangsverkehr durch den Bau der Flughafentangente FTO (Eine chronologische Ereignisauswahl finden Sie hier).

Wichtig war mir in den 9 Jahren meiner Amtszeit ein lebendiges und gutes Miteinander: Regelmäßige Runde Tische (z.B. "Kinder", "Verkehr", "Wirtschaft"), das Projekt "Hilfe für Kinder in Not", das Internationale Fest der Kinder, die Belebung Markt Schwabens durch jährliche Bürger- und Ortsteilfeste genauso wie mit Open-Air-Kino und Bandfestivals für junge Menschen, die Dreikönigs-Ehrung für sozial engagierte Bürger, der regelmäßige Kontakt mit "schwierigen" Jugendlichen im Jugendzentrum Blues und auf der Straße, die Gründung eines Sicherheitsbeirats, der Treffpunkt "Hilfsbereitschaft", Wirtschaftspreis und Gewerbeschau, regelmäßige Führungen von Gästegruppen zu den Sehenswürdigkeiten unseres Ortes, die Förderung von Künstlern und Kultur, das Bündnis für Zusammenhalt, die Einführung des jährlichen Gemeinschafts-Ramadama "Aktion Sauberes Markt Schwaben", die Städtepartnerschaft mit Ostra in Italien ... .

Ein besonderer Farbtupfer war für mich die Märktefreundschaft mit Glonn im südlichen Landkreis Ebersberg, bei der zahlreiche menschenverbindende Unternehmungen entstanden sind: Eine Pferdekutschenfahrt zwischen beiden Gemeinden mit vielen Gespannen durch den Ebersberger Forst, die historische Modenschau der Glonner Damen im voll besetzten Markt Schwabener Unterbräu, Gastspiele des Markt Schwabener Theatervereins in Glonn... .

2011 habe ich mich beruflich noch einmal für etwas Neues entschieden: Als Mitarbeiter in einer Klinik und als Psychotherapeut und Berater in meiner Markt Schwabener Praxis versuche ich Menschen beizustehen, die in Not sind oder meinen Rat für Entscheidungen brauchen können.

Mit der Gründung und Betreuung des "Schwabener Erzählkreises" und 50 "Schwabener Werkstattgesprächen" habe ich mich auch vor und nach meiner Amtszeit als Bürgermeister um örtliche Erinnerungsarbeit und Heimatgeschichte gekümmert. Ein besonderer heimatgeschichtlicher und kultureller Schwerpunkt war 2009 das 600-jährige historische Jubiläum "Der Falke als Wappen von Markt Schwaben": mit einem großen historischen Festzug, der Illumination des Unterbräu mit einem riesigen Falken und zahlreichen Veranstaltungen zur Ortsgeschichte.

Die Schwabener Sonntagsbegegnungen initiiere und organisiere ich seit 1992. Seit 1993 gehöre ich dem Bayerischen Landesjugendhilfeausschuss an und bin 2017 von der Bayerischen Sozial- und Familienministerin auch für die kommende Amtsperiode als persönliches "in der Jugendhilfe erfahrenes Mitglied" in dieses Gremium berufen worden. Von 1996-2014 habe ich im Kreistag des Landkreises Ebersberg mitgearbeitet. Dabei war mir ein gutes Miteinander der Nordhälfte ("Draußerholzer") und Südhälfte ("Drinnerholzer") unseres Landkreises ein besonders Anliegen.

Vor ein paar Jahren habe ich begonnen, Gedichte zu schreiben. Mein erstes eigenes Gedicht "Rote Rose heißt das Spiel" habe ich 2009 auf einer Kleinkunstbühne in Assling vorgetragen. Inzwischen sind drei Lyrikbände von mir erschienen: "warum der Fuchs der Apfelbaum?" (2011),  "Trau nur dem Löwen" (2013) und "Im Garten war Nacht. Vierzig Schutzgedichte und ein gutes Wort für den armen Paul" (2015). Ab und zu trete ich mit Lesungen eigener Texte auf, zuletzt u.a. in Wittenberg, BerlinLeipzig, München, Frankfurt, im Augsburger Zoo , in der Benediktinerinnen-Abtei Venio oder im Café-Garten der Wolfmühle Forstinning.

In meiner Freizeit trotte ich regelmäßig im Dauerlauf durch das Schwabener Moos oder spiele ein paar Stücke auf der Flöte.

Im April 2014 hat die bayerische Tageszeitung OVB ein Interview und Porträt von mir veröffentlicht (Auszüge können Sie hier nachlesen, zur besseren Lesbarkeit auf den Artikel links-klicken). Im Landkreis-Magazin "Ebersblick" erschien im April 2015 ein ganzseitiges Porträt über mich (Nachzulesen hier). Im Juni 2015 hat das Literaturportal Bayern meinen Werdegang in sein Autorenlexikon aufgenommen. 2016 wurde in der Bayern 2- Reihe "Eins zu Eins. Der Talk" ein biographisches Porträt über mich ausgestrahlt (Nachzuhören hier). Im Juni 2016 erschien anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Unterbräu-Sanierung (bedeutendstes und ältestes Gebäude in der Markt Schwabener Ortsmitte, wurde in meiner Bürgermeister-Amtszeit wiederbelebt) der Artikel "Städtebaulicher Dreiklang" im MM/EZ, in dem auch auf meine aktuelle psychotherapeutische Tätigkeit in diesem Haus eingegangen wird. Nachzulesen hier.

Für mein Wirken auf kulturellem und sozialem Gebiet und für Verdienste als Bürgermeister wurde mir von Bundespräsident Joachim Gauck das Bundesverdienstkreuz verliehen.

 

Anhang: Aus Anlass des Todes von Leonard Cohen am 7. November 2016 und der Bedeutung, die seine Musik für mich hat, habe ich ein paar Links zu Songs von ihm aber auch von anderen Musikern zusammengetragen, die mich in bestimmten Lebensphasen beflügelt haben:

Leonard Cohen: "Hallelujah", "First We Take Manhattan", "The Law", "Anthem" und "If It Be Your Will".

Inspiriert haben mich auch:

The Light Will Stay On (Walkabouts), Spanish Caravan (Doors), In Another Way (Clark Hutchinson), I Put a Spell On You (Shane MacGowan, Nick Cave, Johnny Depp u. a.), Wanted Man (Johnny Cash), Perfect Day (Lou Reed u. a.), Just Like a Mexican Love (David Eugene Edwards, Blue Café (Chris Rea), School Days (Loudon Wainwright), Nothing (Fugs), One More Cup of Coffee (Bob Dylan), Knocking on Heaven's Door (hier mit Mark Knopfler und Ted Christopher), Here Comes The Flood (Peter Gabriel), The Days Of Pearly Spencer und Something's Gotten Hold Of My Heart (Marc Almond) oder Take Me To Church (Hozier). Neu entdeckt habe ich Handle with Care von den Traveling Wilburys (u.a. George Harrison, Bob Dylan, Roy Orbison), schön auch in einer Version von Tom Petty & The Heartbreakers.

Lieder von Nick Cave wie Weeping Song, I Let Love In, Lay Me Low und 500 Miles, von John Otway wie Too Much Air Not Enough Oxygen oder seine witzig-dialogische Interpretation von House Of The Rising Sun und von Kevin Coyne Songs wie The World Is Full Of Fools, House on the Hill oder Marjory Razorblade. Aber auch Französisches von Guy Béart wie Qui Suis Je? oder von Jaques Brel wie Dans Le Port d'Amsterdam ist dabei genauso wie das türkische Cok Yorgunum von Cem Karaca oder Aman Aman von Duman - und deutsche Kontraste wie Eiszeit von Eisbrecher und Weg da von Hermann van Veen oder Das Tiefe von Christof Stählin (hier in einer Version von Sago).